Historisches

Die Ursprünge des Obstanbaus in Sachsen reichen bis ins Mittelalter zurück. In Klostergärten wurden hier schon seit dem 12./13. Jahrhundert Obst-, Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanzen kultiviert und fanden von dort aus im Laufe der Zeit den Weg in die Gärten von Bauern und später sogar Städtern. In der Region Leipzig befanden sich mehrere Klöster des Zisterzienser-Ordens, von denen sich einige besonders einflussreiche in der Gegend des heutigen Obstlandes konzentrieren. Zu ihnen gehören die bekannten Köster Buch bei Leisnig und Nimbschen bei Grimma, aber auch das Kloster Marienthal in Sornzig, das 300 Jahre lang eine religiöse Heimstatt von Zisterzienser-Nonnen war.

Nach der Säkularisierung des Klosters im Zuge der lutherischen Reformation in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die Sornziger Anlagen als landwirtschaftliches Klostergut weiter bewirtschaftet. Seither förderten die sächsischen Kurfürsten - zuerst Kurfürst August und Kurfürstin Anna - den sächsischen Obstbau nachhaltig per Staatserlass. 

1892 erwarb Dr. Ludolf Colditz das Klostergut Sornzig und begründete hier die Tradition des modernen Plantagen-Obstbaus. 1895 ließ er die Klostergärtnerei als GmbH eintragen, im gleichen Jahr gründete sich in Sornzig ein Obstbauverein. 1900 zählt man allein in Sornzig mit Lichteneichen 8.340 Obstbäume, davon 5.382 Apfelbäume, 754 Birnbäume, 1.414 Pflaumenbäume und 790 Kirschbäume. Eine umfangreiche Baumschule entstand, die auch mit Neuzüchtungen auf sich aufmerksam machte. Obstbäume und Früchte aus Sornzig wurden in ganz Deutschland bekannt und begehrt. 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Obstbau in Sornzig und Umgebung auf genosschenschaftlicher Basis fortgesetzt. 1966 schlossen sich die Genossenschaften in Ablaß, Dürrweitzschen, Leisnig und Sornzig zur Kooperationsgemeinschaft "Sachsenobst" zusammen. Anfang der 70er Jahre wurde die Landwirtschaft in der Region nahezu vollständig auf den intensiven Obstbau umgestellt; damit etablierte sich das "Obstland" al eines der fünf Haupt-Obstbaugebiete zwischen Ostsee und Erzgebirge.

Seit 1991 setzt die Obstland Dürrweitzschen AG, die im Zusammenhang mit der Reprivatisierung genossenschaftlichen Eigentums aus der LPG Obstproduktion Dürrweitzschen hervorging, die mehr als 800 Jahre alte Obstbautradition der Region auf mehr als 1.500 Hektar Obstanbaufläche fort. Ihre frischen und flüssigen Obst-Erzeugnisse präsentiert sie unter der Produktmarke "Sachsenobst" und wirbt erfolgreich für sie mit dem Slogan "So schmeckt Natur". Im "Obstland" können Sie die umweltschonenden und naturnahen Anbaumethoden der sächsischen Obstbauern auf den modernen und großflächigen Plantagen besichtigen.